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Mittwoch, 18.11.2009

 

Offener Brief

Offener Brief an Herrn Leblhuber  - Artikel in der OÖ Ausgabe der Kronenzeitung am 4. April 2008

Absender:

Walter Knaller
Leiter Fußballakademie - Linz

Herrn:

Georg Leblhuber

Hallo Georg!

Ich sende Dir liebe Grüße und hoffe, es geht Dir schon wieder besser. Gestern warst Du ja sehr erzürnt, da Dir eine "Exklusivstory" geplatzt ist. Für mich unverständlich ist jedoch, dass Du aus dieser Emotion heraus auf alles eindrischt, was anderen sehr am Herzen liegt. Die Ausbildung junger Burschen, nicht die "Produktion", ist uns wichtig, darum muss ich einige Dinge, die Du falsch recherchiert hast, ins rechte Licht rücken.

Klaus Lindenberger:

Ich bin mir sicher, dass Klaus Lindenberger nicht gesagt hat, dass "die AKA Linz keine Spieler raus bringt", da er Woche für Woche mit 8 - 9 Akademiespielern spielt und mit diesen überlegen die Tabelle der OÖ-Liga anführt. Alle diese Spieler sind mit einem Jungprofivertrag ausgestattet, drei davon bereits fix im Kader der Kampfmannschaft !

Falsch recherchiert!

Budget:

Bei genauer Recherche wüsstest Du, dass unser Gesamtbudget etwa € 800.000,-- beträgt und nicht über € 1.000.000,--. Anders als bei einer Vereinsakademie haben wir nicht die Möglichkeit ,Synergien mit vorhandenen (Vereins-)Strukturen auszunützen. Folgende Bereiche mussten daher neu aufgebaut und auch budgetiert werden:

·        Trainerstab  ( Cheftrainer, Assistenten, Individualtrainer, Torwarttrainer)

·        Administration (GF, Trainings- und Spielbetrieb)

·        Sportwissenschaftliche Betreuung (Sportwissenschafter, Partnerinstitute)

·        Sportmedizinische Betreuung (Physiotherapeut, Masseure, Ärzte)

·        Sportpsychologische Betreuung (Sportpsychologe, Projekte)

·        Infrastruktur (Anmietung Rasenplätze, Kraftkammer, Kunstrasen)

·        Administration (Büroräumlichkeiten, Drucksorten etc.)

·        Fuhrpark (z.B. 5 Busse für Spielertransport)

·        Trainingsutensilien (Bälle, Tore, Bekleidung etc.)

·        Materialaufwand (medizinisch)

·        Reisekosten, Hotelkosten, Treibstoffkosten

·        Schulkooperationen


Rund 30 % des Budgets bestehen aus Förderungen. Der Rest sind Beiträge der Gesellschafter (Verband, Lask) und Sponsoren, die das Bedürfnis haben, den Nachwuchs zu fördern.

Falsch recherchiert!

Franz Grad:

Ich habe großen Respekt vor Herrn Grad, denn er hat ein Firmenimperium aufgebaut und einen Fußballverein ganz an die Spitze gebracht. Wir waren nicht immer einer Meinung, aber eines ist klar: "Er liebt den Fußball" und tut auch was für ihn. Er kennt, als guter Geschäftsmann, die Bilanzen der Akademie und kann die zitierte Aussage nicht getätigt haben.

Falsch recherchiert!

Dr. Windtner:


Wenn Herr Dr. Windtner mit meiner Übersiedelung "etwas verdient" hat, dann ist es eine Vereinbarung zwischen zwei seriösen Persönlichkeiten (Trenkwalder). In jedem Fall hat sich unser Präsident Dr. Windtner und sein Team (Verband) große Anerkennung für sein Engagement um den Fußball verdient - und NICHT Deinen Hohn !

Falsch recherchiert  und respektlos!

Führungsproblem:

Die Akademie Linz wird von einem vierköpfigen Aufsichtsrat (Windtner, Reichel, Prechtl, Saxinger) geführt und erfreut sich der Unterstützung einiger seriöser Persönlichkeiten wie z.B. Herrn Georg Starhemberg. Die Akademie ist eine gemeinnützige Gesellschaft mit dem Ziel, junge Spieler an den Profifußball heranzuführen sowie darüber hinaus eines von 13 geförderten Ausbildungszentren in Österreich. Wir haben also offiziell  4 hochkarätige Funktionäre und nicht 36!

Falsch recherchiert!

Output - Akademie Ried:

Die Akademie Ried leistet mit Sicherheit sehr gute Arbeit, die auch von uns anerkannt und geschätzt wird. Einige Dinge sind in einer Vereinsakademie (Synergien, Überführung) etwas leichter zu gestalten. Umso erwähnenswerter ist für mich die Tatsache, dass wir es geschafft haben in Bezug auf eine durchgängige Ausbildung einen roten Faden zwischen den Stammvereinen, den LAZ, der Akademie und den Bundesligavereinen zu spannen. So klappte die Zusammenarbeit mit Didi Constantini (Bukva) oder Djuricic genauso gut wie mit Werner Gregoritsch (Stadlbauer)  und nun mit Karl Daxbacher (Hamdemir, Freundenthaler, Piermayr) oder Klaus Lindenberger (Höltschl, Hart, Schreiner).
Deine Auflistung der Rieder Spieler freut mich für den österreichischen Fußball. Korrekt ist sie leider nicht, da einige Spieler gar keine Akademiespieler sein können, da diese erst seit dem Jahre 2000 besteht. Wenn Du die älteren Jahrgänge wie Bammer, Hirsch oder Ortlechner anführst, könnten wir dies auch tun mit den Spielern Hoheneder, Klein, Zaglmair oder Idrizaj.
Meiner Meinung nach zeigt diese Auflistung, dass die Ausbildung in Ried und in Linz auch vor der Gründung der Akademien Erfolge verbuchen konnte -  wir wollen uns jedoch nicht mit fremden Federn schmücken. Eine Gegenüberstellung von aussagekräftigen "Resultaten" erscheint daher fairerweise erst in fünf Jahren möglich.

Falsch recherchiert bzw. verfälscht!

Ich bin froh, dass diese Art der Berichterstattung zur Ausnahme in der österreichischen Medienlandschaft gehört. All jene, die mit Leidenschaft und Fachwissen an Verbesserungen im österreichischen Fußball arbeiten, sind Teil der Lösung.
Du, der über uns alle oberflächlich urteilst, obwohl Du keine einzige Minute bei Spielen oder Trainingseinheiten anwesend warst, bist einfach nur Teil des Problems.
Ich habe drei sehr intensive und lehrreiche Jahre in Linz verbracht. Der  Abschied fällt mir nicht leicht. Ich habe sehr viele Beziehungen aufgebaut mit Funktionären, Trainern, Eltern und vor allem Spielern. Die Anerkennung der Erwachsenen und das Vertrauen der Spieler, das mir entgegengebracht wird, ist mir 100-mal mehr wert als Deine unsachliche Kritik.
Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute und gebe die Hoffnung nicht auf, dass auch Du ab und zu einmal etwas Positives findest und auch darüber berichtest - es würde Dir und vielen anderen gut tun!

Walter Knaller

 

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